Deutschlands Rolle bei den Vereinten Nationen

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Sicherheit und Nichtverbreitung, Umwelt und Klimawandel, nachhaltige Entwicklung und Menschenrechte – die zentralen Herausforderungen unserer Zeit – erfordern globale Lösungen, und für viele von ihnen sind die Vereinten Nationen unverzichtbar.

Unter den vielen internationalen Organisationen sind die Vereinten Nationen die einzige Institution mit universeller politischer Zuständigkeit. Ihre weltumspannende Mitgliedschaft vermittelt umfassende politische Legitimität. Durch diese besondere Legitimation haben die Vereinte Nationen entscheidenden Anteil an der Herausbildung und Fortentwicklung gemeinsamer Werte und Normen, die das internationale Handeln von Staaten und nicht-staatlichen Akteuren leiten.

Die Vereinten Nationen sind als multilaterales politisches Forum, als Koordinator und Katalysator der politischen Bewusstseinsbildung, als operativer Akteur wie auch als Verhandlungsplatz für die internationale Normsetzung zentraler Ort der Weltpolitik. Sie stehen am Schnittpunkt der wichtigsten und komplexesten Fragen, mit denen die Welt heute konfrontiert ist. Für die deutsche Außenpolitik haben die Vereinten Nationen daher nach wie vor eine Schlüsselfunktion. Das Engagement in den Vereinten Nationen und für die Vereinten Nationen gehört zum Kernbestand deutscher Außenpolitik.

Die Bundesrepublik Deutschland wurde am 18. September 1973, gleichzeitig mit der damaligen DDR, als Vollmitglied in die Vereinten Nationen aufgenommen. Zuvor hatte die Bunderepublik 1950 zunächst die Vollmitgliedschaft der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) und in den folgenden Jahren aller weiteren Sonderorganisationen erworben sowie seit Anfang der 1960er Jahre an allen Konferenzen der Vereinten Nationen teilgenommen. Seit dem 3. Oktober 1990 übt das vereinigte Deutschland die Mitgliedschaft in der Weltorganisation und dem gesamten System der Vereinten Nationen aus.

Die Bundesrepublik Deutschland wurde für die Jahre 1977/78, die DDR für die Jahre 1980/81 in den Sicherheitsrat gewählt; seitdem gehörte Deutschland weitere drei Mal, und zwar für die Amtszeiten 1995/96, 2004/04 und 2011/12, dem Sicherheitsrat als nichtständiges Mitglied an. Zwei Mal wurde die Generalversammlung von einem Deutschen geleitet: Rüdiger von Wechmar (Bundesrepublik Deutschland) war Präsident der 35. (1980/81) und Peter Florin (DDR) Präsident der 42. (1987/88) Sitzungsperiode des VN-Plenums.