Rechte und Schutz von Kindern

Kinderrechte sind integraler Bestandteil der Menschenrechte. Da Kinder zu den schwächsten und verletzlichsten Gliedern einer Gesellschaft zählen, kommt ihrem Schutz ganz besondere Bedeutung zu. Völkerrechtlich hat sich dies in der 1989 verabschiedeten „Kinderrechtskonvention“ der Vereinten Nationen niedergeschlagen, die heute das am meisten ratifizierte Abkommen der Welt ist. Zu den besonderen Kinderrechten gehören insbesondere das Recht auf die freie Entfaltung der Persönlichkeit, das Recht auf Beteiligung an Entscheidungen, die Kinder betreffen, das Recht auf Schule und Ausbildung, das Recht auf Ernährung, das Recht auf Meinungsäußerung, das Recht auf Schutz vor körperlicher, seelischer oder sexueller Gewalt und Ausbeutung, das Recht auf Gesellschaft und Freunde und das Recht auf Freizeit.

Ungeachtet der völkerrechtlichen Anerkennung der besonderen Schutzbedürftigkeit von Kindern finden überall auf der Welt Verletzungen von Kinderrechten statt. Besonders gravierende Formen der Ausbeutung, gegen die die Vereinten Nationen vorgehen, sind etwa Kinderhandel, Kinder­arbeit und -misshandlung, der Einsatz von Kindersoldaten, Prostitution und Kinderpornografie, Genitalverstümmlung oder die Zwangsverheiratung von Minderjährigen. Im Mittelpunkt der Anstrengungen der Bundesregierung steht der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Gewalt, vor sexuellen Übergriffen und sexueller Ausbeutung, aber auch vor Kinderarmut. Mit der Ratifikation der beiden Zusatzprotokolle der Kinderrechtskonvention zu Kindern in bewaffneten Konflikten und Kinderpornografie hat die Bundesregierung wesentlichen Meilensteinen des internationalen Schutzsystems zugestimmt. Neben der Stärkung des Kinderrechtsschutzes versucht die Bundesregierung auch mit konkreten Projekten und Initiativen die Lage von Kindern zu verbessern und ihnen eine menschenwürdige Zukunft zu ermöglichen. Klar ist: Kinder gehören auf den Spielplatz oder in die Schule, nicht aber in Fabriken oder auf Schlachtfelder.

Teil des deutschen Engagements für Kinderrechte war die Übernahme des Vorsitzes in der Arbeitsgruppe des VN-Sicherheitsrats zum Thema „Kinder in bewaffneten Konflikten“. Kinder sind in Konflikten nicht nur durch die bekannten Folgen des Krieges gefährdet, indem sie den Anschluss an ihre Familie verlieren und Gewalt, Hunger und Vertreibung erleben. Sie sind oft auch sexuellen Übergriffen ausgesetzt und werden selbst als Soldatinnen und Soldaten rekrutiert und gewaltsam zu Kriegshandlungen genötigt, die sie traumatisieren und schon m Kindesalter zu Straftätern machen.

Mit einer Flüchtlingspolitik, die sich am Kindeswohl orientiert, sucht die Bundesregierung Wege, Kindern, die aus Konfliktgebieten kommen, Schutz und humanitäre Hilfe zukommen zu lassen.  Konkret umfasst dieses Engagement Programme, die Entlassungen aus dem Kriegsdienst fördern, sowie Programme zur Abrüstung und zur Reintegration von Kindersoldaten, unter anderem in Myanmar, Ruanda, Burundi und Sudan. Weiterhin leistet Deutschland finanzielle Unterstützung an das Kinderhilfswerk UNICEF, etwa um Projekte zum Schutz und zur Reintegration von Kindersoldaten im Kongo,  Südsudan, Uganda und in der Zentralafrikanischen Republik voranzutreiben. Deutschland unterstützt auch den Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung in Ländern wie Burkina Faso und Djibouti.

Rechte und Schutz von Kindern

Kinder

Kinder und bewaffnete Konflikte

Flüchtlingslager in Kabul, Afghanistan

Zu den bedrückendsten und beschämendsten Tatsachen der etwa zwanzig Konflikte auf der Welt gehört ohne Frage, dass mehr als eine Milliarde Kinder von ihnen betroffen sind, von denen schätzungsweise 250.000 als Kindersoldaten rekrutiert wurden. Der Schutz von Kindern weltweit – auch vor Missbrauch als Soldaten, ist integraler Bestandteil deutscher Politik.

UNICEF

Kinder

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) setzt den Schwerpunkt seiner Programmarbeit auf die Umsetzung der in der Konvention der Vereinten Nationen über die Rechte des Kindes von 1989 niedergelegten Rechte.