Wilderei und illegaler Wildtierhandel

Untersuchungen des Sekretariats des Internationalen Artenschutzabkommens (CITES) zeigen, dass im Jahr 2012 allein in Afrika über 22.000 Elefanten illegal getötet wurden. Auch die Zahl getöteter Nashörner hat sich in den letzten Jahren dramatisch erhöht. Grund dafür ist die deutlich gestiegene Nachfrage nach illegalen Wildtierprodukten wie zum Beispiel Elfenbein und eine entsprechende Zunahme des illegalen Handels. Wenn sich das Töten geschützter Wildtiere weiter im derzeitigen Tempo fortsetzt, könnten Elefanten und Nashörner bald in ersten Gegenden vollständig ausgerottet werden.

Neben diesen gravierenden Auswirkungen auf die Biodiversität, stellen Wilderei, Wildtierhandel und der damit oft eng verbundene Waffenhandel durch kriminelle Netzwerke eine wachsende Herausforderung auch für Frieden und Sicherheit, Rechtsstaatlichkeit und die wirtschaftliche Entwicklung betroffener Länder insbesondere in Afrika dar. Angesichts der globalen Handelsströme bieten die Vereinten Nationen das natürliche Forum, um effektiv gegen Wilderei und Wildtierhandel vorzugehen.

Vor diesem Hintergrund hat Deutschland in New York einen internationalen Konsultationsmechanismus angestoßen und unter Vorsitz des deutschen Außenministers und des Präsidenten von Gabun eine hochrangige Podiumsdiskussion im September 2013 durchgeführt. Diese Veranstaltungen, sowie thematische Gipfeltreffen in Gaborone, Paris und London, haben politisches Momentum für ein effektiveres internationales Vorgehen gegen Wilderei und Wildtierhandel geschaffen.  

Um konkrete Umsetzungsschritte abzustimmen und das Thema fest auf der Tagesordnung der Vereinten Nationen zu verankern, haben Deutschland und Gabun im Dezember 2013 eine Freundesgruppe zum Thema Wilderei und illegalem Wildtierhandel ins Leben gerufen, der Herkunfts- und Abnehmerstaaten sowie wichtige Geberländer angehören. Die Gruppe hat sich zum Ziel gesetzt, ein kohärentes Programm zur Bekämpfung von Wildtierhandel und Wilderei im Rahmen der Vereinten Nationen zu erarbeiten.