Sauberes Wasser für alle

Sauberes Trinkwasser gilt als Menschenrecht. Doch in weiten Teilen Afrikas ist es ein Luxusgut. Ein Projekt der deutschen Entwicklungszusammenarbeit in Kenia zeigt, dass es auch anders geht. Nördlich von Nairobi versorgt ein privatisiertes Wasserwerk die Stadt Nyeri und ihre Gemeinden mit sauberem Wasser aus dem Hahn. Mittlerweile läuft das Projekt so erfolgreich, dass der Kraftwerksbetreiber Gewinne macht und damit das Darlehen an die KfW Entwicklungsbank zurückzahlt. Die Bank hat 2001 einen Zehn-Millionen-Euro-Kredit an Kenias leistungsfähigsten Wasserversorger Nyeri Water and Sewerage Company Limited vergeben. Rund 2,5 Millionen Euro hat die kenianische Regierung beigesteuert. Damit konnten die alte Aufbereitungsanlage ausgebaut, das Werk erweitert und neue Speicherbecken errichtet werden. „Die alte Anlage produzierte gerade sechs Millionen Liter Wasser am Tag, heute liefert sie fast das Fünffache“, sagt Florian Rabe von der KfW. Das Wasser wird aus dem angrenzenden Fluss gepumpt, aufbereitet und in das öffentliche Netz gespeist. Etwa 90 Prozent der Einwohner Nyeris und viele ihrer näheren Gemeinden sind mittlerweile angeschlossen – rund 120000 Menschen, viermal mehr als vor zehn Jahren. Die Bevölkerung muss Wasser nicht mehr rationieren oder zu überteuerten Preisen an privaten Wasserkiosken kaufen. Der Kubikmeter vom Wasserwerk kostet 31 Kenia-Shilling, beim Händler am Kiosk wären es dreimal so viel. Das Prinzip des billigen und sauberen Wassers geht auf, weil es sozial ist: Großverbraucher entrichten mehr als kleine Haushalte. Nyeris Wasserwerk gehört zwar der Kommune, wird aber als Privatunternehmen geführt. Durch die Staffelpreise erwirtschaftet es nicht nur die Kosten für die eigene Instandhaltung, sondern wirft inzwischen Gewinne ab. Die Einnahmen reichen sogar, um das Leitungsnetz weiter auszubauen. Bis 2015 sollen rund um Nyeri insgesamt 150000 Menschen Wasser aus dem eigenen Hahn erhalten. „Das gilt auch für weiter entfernte und schwer zugängliche Haushalte“, verspricht Rabe von der KfW.